Liebe ist die Antwort, aber während man auf sie wartet, stellt der Sex ein paar ganz gute Fragen

-Woddy Allen-

Sex ist die schönste Nebensache der Welt – so heißt es. Sex ist Kommunikation – auch das ist richtig. Am Anfang einer Beziehung kann man(n*) oftmals nicht genug Sex miteinander haben – sich hingeben, Neues, Aufregendes erleben und sich fallen lassen. Mit der Zeit fasst man(n*) Vertrauen zum Partner*in und aus der Vertrautheit wird mit der Zeit auch gerne mal Eintönigkeit. Im gemeinsamen Alltag ist oftmals kein Platz für schöne Zeiten der Lust. Mit der Zeit entwickelt sich auch unsere persönliche Sexualität weiter – dies muss das Gegenüber erleben dürfen – wissen dürfen, was Sie bewegt. Oftmals ziehen wir uns aber zurück und behalten den Frust über die –nicht gelebte gemeinsame – Sexualität für uns.

Manchmal klappt „es“ nicht mehr klappt. Oftmals ist dann die eigene oder die gemeinsame Sexualität schambehaftet. Unsere Sexualität ist etwas worüber wenig gesprochen und noch mehr geschwiegen wird. Vielleicht hatten Gespräche über das Thema bisher wenig Platz oder sind im Sande verlaufen. Sie wollen vielleicht den Partner*in mit Ihren Vorstellungen und Wünschen nicht belasten.

Vielleicht haben Sie auch keine Lust mehr auf Sex. Die sexuelle Unlust ist schon lange nicht nur mehr ein Thema, das Frauen* zugeschrieben wird – auch Männer* sind davon betroffen. Dies kann sehr unterschiedliche Gründe haben, manchmal sind auch organische also gesundheitliche Erkrankungen die Ursache – dies kann ein Facharzt abklären. In den meisten Fällen ist die Ursache für sexuelle Lustlosigkeit jedoch seelischer Natur und es liegt keine gesundheitliche Erkrankung vor.

Wenn der Mangel an sexuellen, partnerschaftlichen Kontakt deutlich spürbar ist, leidet auch oftmals die Beziehung darunter. Es besteht nachweislich ein starker Zusammenhang zwischen psychischen sowie körperlichen Wohlbefinden und sexuellem Erleben – als Single und auch in Paarbeziehungen. Konflikte können eine Ursache sein, warum Probleme im Sexualleben auftauchen – Streit wirkt sich auch immer auf die persönliche und gemeinsame Sexualität aus. Auch für Singles, die selten oder gar keine Sexualkontakte haben, kann der Mangel als Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität wahrgenommen werden.

Unsere heutige Gesellschaft scheint sehr offen gegenüber Sexualität zu sein – ein Blick in die aktuelle Werbung reicht, um die Wirkungsmächtigkeit von Sexualität und Lust spürbar zu erleben. Das Repertoire an  Bildsprache und Andeutungen zum „Themenkomplex Sexualität“ ist überwältigend – allerdings ist unsere Sprache bezüglich unserer eigenen Sexualität sehr rudimentär. Denken Sie einmal an Begriffe, die Ihnen für Selbstbefriedigung oder gemeinsamen Sex einfallen. Diese werden der eignen Lust und der tiefgreifenden Begegnung zwischen zwei Menschen in der Regel nicht im Ansatz gerecht. Diese „Sprachlosigkeit“ führt oftmals zu Ohnmachtserfahrungen, wenn es darum geht eigene sexuelle Wünsche, Phantasien oder sexuelle Probleme anzusprechen.

In meiner Sexualberatung arbeite ich nach dem systemsichen Ansatz. Hierbei geht es im Zentrum um das Wollen – also um die Frage, welche Art von Sex Sie sich vorstellen. Dabei steht die individuelle aber auch partnerschaftliche Sexualität im Fokus. Oftmals ist dazu der Blick auf Ihre eigene aber auch partnerschaftliche Sexualgeschichte sinnvoll, um Lösungen für Ihr Problem zu finden. Es geht dabei um Ihre Bedürfnisse nach Nähe, aber auch Distanz, Kontinuität und Veränderung. Es geht  auch darum, zu prüfen, ob und wie eine Veränderung möglich oder gewünscht ist. Scham und Angst sind starke Gefühle, die ihren Platz in der Beratung haben dürfen. Ich arbeite daneben auch mit Elementen des Selbstmitgefühls und der Achtsamkeit, die Sie – wenn Sie das wünschen – dabei unterstützen können zu einer stabileren, selbstbestimmteren Sexualität zu kommen.

Wenn mein Partner*in mich nicht zu den Gesprächen begleiten will:

Nicht immer ist der Partner*in bereit in die Beratung mitzukommen. Dies ist schmerzhaft – manchmal aber nicht veränderbar. Vielleicht ist die Scham oder die Angst zu stark. Ähnlich wie in der Paarberatung wird eine einseitige Veränderung auch immer Auswirkungen auf den Partner*in haben – ob er*/ sie* das will oder nicht. Auch wenn Sie einen Partner*in haben ist eine Einzelberatung möglich – ideal ist wenn Sie zu zweit kommen. Ebenso macht eine systemische Sexualberatung als Single Sinn. Ich arbeite nach dem Grundsatz, dass Sie alleine der Experte Ihrer Sexualität sind und auch  verantwortlich für  deren Entwicklung sind.

Die Themen jedes Menschen und jedes Paares  sind unterschiedlich. Jedoch gibt es eine Reihe von typischen Beratungsthemen, bei denen ich Ihnen meine Unterstützung anbieten möchte:
  • Sexuelle Lustlosigkeit
  • Versagensängste
  • Sexuelle Störungen (z.B. Erektionsstörungen, Orgasmusschwierigkeiten o.ä.)
  • Eifersucht und Verlustängste
  • Sexuelle Untreue oder Affären innerhalb einer Beziehung
  • Fragen zur eignen Sexualität
  • Umgang mit der sexuellen Identität und sexuellen Orientierung
  • Unterschiedliche sexuelle Wünsche, Bedürfnisse und Phantasien
  • Umgang mit Druck und Erwartungen
  • und vieles mehr …